Tax News Juli 2026: Aktuelle Entwicklungen, wichtige Urteile und praktische Hinweise
Im Mittelpunkt stehen unter anderem der frühe Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2026, aktuelle Entscheidungen zu Immobilien, Grundsteuer, häuslichem Arbeitszimmer und Reisekosten sowie wichtige Hinweise zu Kindergeld, Lohnsteuer und Entgelttransparenz. Damit bietet die neue Ausgabe einen kompakten Überblick über Entwicklungen, die steuerlich bedeutsam sein können – teils bereits heute, teils mit Blick auf kommende Änderungen.
In diesem Monat weisen wir Sie auf folgende wichtige Aspekte hin:
- Das Bundesfinanzministerium hat im Mai 2026 einen Referentenentwurf für ein Jahressteuergesetz 2026 veröffentlicht. Der 151 Seiten umfassende Entwurf stellt ein sehr frühes Stadium im Gesetzgebungsverfahren dar, sodass mit Änderungen bzw. weiteren Neuregelungen zu rechnen ist. Ausgewählte Vorhaben werden nachfolgend vorgestellt.
- Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg musste jüngst über einen Fall entscheiden, in dem der Mieter für den Vermieter größere Instandsetzungen durchführte.
- Bei Fragen zum Kindergeld dürfte ein Blick in die 173 Seiten umfassende Dienstanweisung des Bundeszentralamts für Steuern hilfreich sein. Diese Dienstanweisung ist die zentrale Vorschrift für die Familienkassen und wurde nun aktualisiert (DA-KG mit Stand 2026).
- Das Thüringer Finanzministerium hat auf Folgendes hingewiesen: Außerordentliche Einkünfte (z. B. Abfindungen oder Arbeitslohn für mehrere Jahre), die unter die Tarifermäßigung des § 34 Einkommensteuergesetz fallen, werden seit dem Veranlagungszeitraum 2025 nicht mehr im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt. Arbeitgeber müssen diese Einnahmen somit der regulären Besteuerung unterwerfen.
- Für eine in einem Immobilienverkaufvertrag vom Veräußerer übernommene Verpflichtung zur Renovierung einer instandsetzungsbedürftigen Wohnung und zur Mietzahlung an den Grundstückskäufer bis zur Wiedervermietung dieser Wohnung gibt es keinen Werbungskostenabzug. So lautet der Tenor einer Entscheidung des Finanzgerichts Bremen.
- Am 24.4.2023 hat der Rat der Europäischen Union die Entgelttransparenz-Richtlinie final angenommen. Nur einen Tag später hat darüber das für Entgelttransparenz zuständige Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) in einer Mitteilung berichtet und weiter ausgeführt: „Spätestens bis Juni 2026 müssen alle EU-Staaten starke Transparenzinstrumente einführen. Deutschland wird die Regelungen nun zügig in nationales Recht umsetzen.“ Doch das ist bis dato nicht erfolgt.
- Der Bundesfinanzhof hält die Vorschriften des Landesgrundsteuergesetzes Baden-Württemberg zur Bewertung von Grundstücken, die im Rahmen der Berechnung der Grundsteuer ab dem 1.1.2025 herangezogen werden, nicht für verfassungswidrig.
- In einem aktuellen Streitfall ging es um die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer eines selbstständig tätigen Steuerpflichtigen, der seinen Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt. Dabei hat der Bundesfinanzhof die für solche Aufwendungen geltende Aufzeichnungspflicht in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht konkretisiert: Die Anforderungen sind zwingend einzuhalten. Ein Verstoß führt dazu, dass die Aufwendungen grundsätzlich nicht abzugsfähig sind.
- Der Bundesfinanzhof hat aktuell entschieden: Die bisherige Auslegung des Begriffs „Betriebsstätte“ ist auch nach der Neuordnung des steuerlichen Reisekostenrechts ab dem Veranlagungszeitraum 2014 gültig.
Diese und viele weitere ausführliche Informationen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Tax News Juli 2026.
Fragen und Antworten zu aktuellen Steuerinformationen – Stand: Juli 2026
Die folgenden Fragen und Antworten beziehen sich auf die Tax News Ausgabe 07 | 2026. Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltungsauffassungen können sich ändern. Die Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, ersetzen jedoch keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung und erfolgen ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit.
Bei Fragen zu Ihrer persönlichen oder unternehmerischen Situation beraten wir Sie gerne individuell. Kontaktieren Sie uns.
Was enthält der Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2026?
Was soll sich bei der umsatzsteuerlichen Organschaft ändern?
Ab wann sollen die geplanten Neuregelungen zur umsatzsteuerlichen Organschaft gelten?
Die Neuregelungen zur umsatzsteuerlichen Organschaft sollen grundsätzlich ab dem 1.1.2029 gelten. Unternehmen sollen Erklärungen zum Bestand einer Organschaft bereits ab dem 1.7.2028 mit Wirkung ab 2029 abgeben können.
Was ist bei der Kaufpreisaufteilung für ein bebautes Grundstück geplant?
Wurde ein bebautes Grundstück für einen Gesamtkaufpreis angeschafft, ist der Gesamtkaufpreis insbesondere zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die Absetzung für Abnutzung des Gebäudes aufzuteilen. Nach dem geplanten § 6f EStG-Entwurf soll eine im Kaufvertrag vorgenommene Aufteilung des Gesamtkaufpreises der Besteuerung zugrunde gelegt werden, sofern sie die realen Wertverhältnisse nicht in grundsätzlicher Weise verfehlt und wirtschaftlich haltbar erscheint.
Was soll gelten, wenn keine vertragliche Kaufpreisaufteilung zugrunde gelegt werden kann?
Kann der Besteuerung keine vertragliche Kaufpreisaufteilung zugrunde gelegt werden, soll zunächst der Boden- und Gebäudewert gesondert ermittelt werden. Anschließend soll der Gesamtkaufpreis nach dem Verhältnis der beiden Wertanteile in Anschaffungskosten für den Grund- und Bodenanteil sowie den Gebäudeanteil aufzuteilen sein.
Was soll sich bei der ersten Tätigkeitsstätte ändern?
Was ist beim Zinssatz für die Vollverzinsung geplant?
Was ist die neue Dienstanweisung zum Kindergeld?
Können Vermietern Einnahmen zufließen, wenn der Mieter an einen Dritten zahlt?
Der Gewinn darf 200.000 EUR nicht überschreiten. Für die Bestimmung dieser Gewinngrenze sind nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs auch außerbilanzielle Korrekturen zu berücksichtigen.
Können die vom Mieter getragenen Kosten beim Vermieter Werbungskosten sein?
Wie ist der Stand bei Lohngerechtigkeit und Entgelttransparenz?
Sind Renovierungsverpflichtungen des Grundstücksveräußerers als Werbungskosten abziehbar?
Wann können solche Kosten beim Grundstücksverkauf abziehbar sein?
Hält der Bundesfinanzhof das Grundsteuermodell Baden-Württemberg für rechtmäßig?
Gibt es weitere Verfahren zu Landesgrundsteuermodellen?
Wie wird die Tarifermäßigung für außerordentliche Einkünfte seit dem Veranlagungszeitraum 2025 berücksichtigt?
Außerordentliche Einkünfte, zum Beispiel Abfindungen oder Arbeitslohn für mehrere Jahre, die unter die Tarifermäßigung des § 34 Einkommensteuergesetz fallen, werden seit dem Veranlagungszeitraum 2025 nicht mehr im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt. Arbeitgeber müssen diese Einnahmen der regulären Besteuerung unterwerfen. Eine ermäßigte Besteuerung erfolgt ausschließlich bei der Einkommensteuerveranlagung.
Was müssen Steuerpflichtige bei außerordentlichen Einkünften beachten?
Was gilt für die Aufzeichnungspflicht beim häuslichen Arbeitszimmer von Selbstständigen?
Reicht eine Belegsammlung für Aufwendungen eines häuslichen Arbeitszimmers aus?
Wann müssen die Aufzeichnungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfolgen?
Gelten die Aufzeichnungspflichten auch bei der Jahrespauschale für das häusliche Arbeitszimmer?
Gilt der Betriebsstättenbegriff bei Fahrt- und Reisekosten unverändert?
Was setzt eine Betriebsstätte nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs voraus?
Bei gezielten Aktionstagen zwischen dem 23. Februar und dem 27. März 2026 wurden 162 Betriebe kontrolliert, darunter Barber-Shops, Tattoo- und Nagelstudios. Mehr als jede zweite überprüfte Kasse wies Unregelmäßigkeiten auf. Kassen-Nachschauen finden ohne Ankündigung statt. Fallen größere Fehler auf, kann eine Betriebsprüfung eingeleitet werden.